Mitten im Einetal gelegen ist Stangerode Ausgangspunkt für Wanderungen und Radtouren. Die Umgebung bietet Freizeitangebote für verschiedenste Interessen. Geschichts- und Kunstinteressierte kommen ebenso auf ihre Kosten wie Naturliebhaber, Sportbegeisterte oder Familien mit Kindern. Wer sich einfach nur Erholen möchte wird die Ruhe fern ab von allem Straßen- und Verkehrslärm besonders zu schätzen wissen.

Naturlehrpfad
Wer von Volkmannrode in westlicher Richtung den Weg am Waldrand entlang geht, kommt zum Naturlehrpfad.Unter Anderem kann hier eine 180 Jahre alte forstliche Versuchsfläche nach Seebach besichtigt werden, die den „Seebachschen Lichtungsbetrieb“ im Buchenwald zeigt. Auf der wohl ältesten Versuchsfläche ihrer Art geht es um den Zusammenhang zwischen Standraum des Einzelbaumes und seiner Zuwachsleistung und die standflächenbezogene Produktivität. Nun ja, weil Bäume bekanntlich um einiges länger als Menschen leben, hat Seebach leider nicht mehr erleben können, dass der nach ihm benannte Lichtungsbetrieb eine Produktivitätssteigerung um 35% brachte. Forstwirtschaft ist eben nichts für ungeduldige Geister.
Das Klage- und Rügegericht zu Volkmannrode
Auf der kleinen Bergkuppe, 2 km von Stangerode entfernt, stand der Ort Volkmannrode. Es war ein fürstlicher Haupthof, zu welchem mehrere Dörfer und Vorwerke gehörten. Erstmals urkundlich erwähnt wird er, indem Kaiser Otto III. Fulkmersroth dem Hochstift Naumburg überwies. 1360 gelangte der Ort in Besitz der Grafen Heinrich und Otto von Anhalt.
Durch die Wirren des Krieges wurde Volkamannrode von seinen Bewohnern verlassen und wurde wüst. Die Besitzer der Äcker und Wälder waren jedoch weiterhin den anhaltinischen Grafen gegenüber abgabepflichtig. Dazu wurde Walpurgis (1. Mai) und Michaelis (29. September) unter einer gewaltigen Linde nahe der Resten der alten Dorfkirche Gericht gehalten sowie Steuern und Abgaben erhoben.

Erstmals urkundlich erwähnt ist dieses Gericht 1489.
Das Harzer Saalbuch von 1608 beschreibt erstmalig die Durchführung der Gerichtstage und erwähnt den Neubau eines schindelgedeckten „Schoppens“.
Zu den Gerichtsverhandlungen hatten alle Familien zu erscheinen, welche Besitzungen in der anhaltinischen Flur hatten. Es waren vorwiegend Bauern aus Tilkerode, Stangerode, Abberode aber auch aus weiter gelegenen Orten.
Der Ablauf der Gerichtverhandlungen erfolgte über Jahrhunderte in gleicher Form.
Begleitet von 4 (vorher 12) harzgeröder Bürgern der Schützengilde mit ihrem besten Gewehr erschien der Richter, ein Schöffe, ein Gerichtsschreiber und ein Gerichtsdiener des Justizamtes Harzgerode.
Durch Salutschüsse gegen 10.00 Uhr wurden die Verhandlungen begonnen. Behandelt wurden Grenzstreitigkeiten, Jagd- und Forstfrevel, und es wurden die Steuern und Abgaben erhoben. Schwere Vergehen und Verbrechen wurden an den Grafen überwiesen.
Zur Versorgung des hohen Gerichtes wurden je 2 Familien aus Stangerode, Tilkerode und Abberode von der Teilnahme befreit, welche im nahe gelegenen Harzflüsschen Forellen zu fangen hatten.
Die Gesetze, nach welchen verhandelt wurden, entsprachen den jeweiligen Landesgesetzen und änderten sich im Laufe der Zeit.
Erst am 04. März 1875 wurde nach einem Vergleich der Länder Preußen und Anhalt die Durchführung des Gerichtes aufgegeben.
Erwähnt sei noch, dass entsprechend dem Harzer Saalbuch am 12.10.1860 eine neue Gerichtslinde gepflanzt wurde, nachdem die vorherige mit einem Umfang von 30 Fuß umgestürzt war.
Burgruine Arnstein
Ca. 6 km in nordöstlicher Richtung, bei Harkerode, steht die Burgruine Arnstein. Seit Gründung der Stand Arnstein ist die Burg nicht nur Wahrzeichen des Einetals sondern auch Symbol im Wappen der neuen Stadt. Die Ruine ist ohne Eintritt frei zugänglich. Vom Burgparkplatz an der Landstraße (L 227) zwischen Sylda und Harkerode führt ein Wanderweg zur Burg. Gut erhalten, weil restauriert, ist der Palas mit Tonnengewölbe. Über eine neue Wendeltreppe wird die erste Etage des Palas erklommen. Von da aus bietet sich ein schöner Blick über Harkerode ins Einetal.

Konradsburg
In nördlicher Richtung über Ulzigerode und Neuplatendorf gelangt man zur Konradsburg, einer mittelalterlichen Klosteranlage aus dem 12 Jh. Sehenswert sind hier das Brunnenhaus, die mittelalterliche Fußbodenheizung und die spätromanische Krypta der ehemaligen Klosterkirche. In der Vorweihnachtszeit jeweils am 3. Adventswochenende wird auf dem Burghof mit viel Met und Glühwein ein mittelalterlicher Weihnachtsmarkt veranstaltet.
Krypta der Kosterkirche
Burghof mit Brunnenhaus
Turmwindmühle Endorf
April - Oktober: Mo. - Fr. 11.00 - 17.00 Uhr und Sa. - So. 10.00 - 17.00 Uhr
November- März: Mo. - Fr. 9.00 - 16.00 Uhr und Sa. - So. 9.00 - 16.00 Uhr

Nach Süden durch das Einetal über die Clausstraße gelangt man nach ca. 2 km zum Rügegericht Volkmannrode und auf einer ca. 6 km langen Wanderung zur Rammelburg. Die Rammelburg, Opfer verschiedener Grundstücksverkäufe in den letzen Jahren, kann leider nicht mehr besichtigt werden. Dennoch lohnt die Wanderung durch das Einetal bis zum "Rammelburgblick" an der Clausstraße (B 242). Die Burg erinnert, wie sie sich auf ihrem Burgberg aus dem Wippertal heraushebt an ein verträumtes Märchenschloss, das darauf wartet, aus seinem nun schon seit dem Jahr 1990 währenden Schlaf geweckt zu werden.