Stangerode im Harz

Harzburgen

Burg Arnstein

Ca. 6 km in nordöstlicher Richtung, bei Harkerode, steht die Burgruine Arnstein. Seit Gründung der Stadt Arnstein ist die Burg nicht nur Wahrzeichen des Einetals sondern auch Symbol im Wappen der neuen Stadt. Die Ruine ist ohne Eintritt frei zugänglich. Vom Burgparkplatz an der Landstraße (L 227) zwischen Sylda und Harkerode führt ein Wanderweg zur Burg. Gut erhalten, weil restauriert, ist der Palas mit Tonnengewölbe. Über eine neue Wendeltreppe wird die erste Etage des Palas erklommen. Von da aus bietet sich ein schöner Blick über Harkerode ins Einetal.

Von vielen Burgen gibt es Berichte über mysteriöse Geheimgänge. Diese sind jedoch in den meisten Fällen Phantasiegebilde oder schon seit hunderten Jahren nicht mehr auffind- oder begehbar. Auf der Burg Arnstein kann heute noch ein richtiger „Geheimgang“ besichtigt werden. Der Gang beginnt am Fuß der Burgberges, wo sich einst die Unterburg befand, in einem ehemaligen Bierkeller und führt durch einen fast senkrechten Schacht, der vielleicht mit Treppen oder Leitern versehen war, in den unteren Raum im Bergfried. Auch das Kellergewölbe unter dem Hauptgebäude ist von der Unterburg erreichbar. Aber auch durch ihre Gestalt, auf dem Bild deutlich zu sehen, hebt sich die Burg von anderen ab. Vor dem zu ebener Erde liegenden Eingang stehend erscheint einem das fünf Stockwerke zählende Hauptgebäude mit dem angebauten Bergfried fast wie ein Hochhaus. Der Erbauer konnte wohl von dem schönen Blick über den Harz nicht genug bekommen.
Der Arnstein war neben der Burg Falkenstein die wichtigste Burg des Ostharzes. Der Berg, auf dem sich die Burg befindet, diente einigen Quellen zufolge schon seit 870 als Zufluchtsort. Vermutet wird zu nächst eine Volksburg und später, nach Abzug der Sachsen im Zusammenhang mit der Schlacht bei Welfesholz, ein erster Herrensitz, der vermutlich zwischen 1130 und 1135 errichtet wurde. Die ersten richtigen und somit Namen gebenden Burgherren waren die dem Schwabenstamme der Arnen entsprossenen Edlen von Arnstein. Die bekanntlich bald zurückgekehrten Sachsen wollten sich mit den Zugewanderten Schwaben nicht so recht anfreunden, so dass deren Geschichte ein schnelles, sicherlich nicht ganz gewaltfreies, abruptes Ende nahm. Gegen Ende des 13. Jahrhunderts waren die Arnsteiner in der Hauptlinie jedenfalls ausgestorben. Die Burg fiel zunächst an die benachbarten Valkensteiner (mit „V“ geschrieben!). Nachdem auch dieses Geschlecht den Wirren der Geschichte, in diesem Falle dem Zölibat des letzten Grafen von Valkenstein, zum Opfer gereichte, ging die Grafschaft Valkenstein (zu dieser Zeit vielleicht schon mit „F“ geschrieben, das sah man im Mittelalter nicht so eng) zusammen mit der erworbenen Grafschaft Arnstein auf das Bistum Halberstadt über. Dies gefiel dem Schwager des letzten Falkensteiner Grafen mit Nichten, denn er beanspruchte für seine Gattin, die Schwester des Grafen, die Erbschaft. Immerhin umfassten beide Grafschaften das Gelände zwischen Rammelburg im Süden, Dankerode im Westen, Welbsleben im Norden und Wiederstedt im Osten. Da ihm der Regenstein am nördlichen Harzrand, auf dem er hauste, schon lange zu zugig war, die Heizkosten ins Unermessliche stiegen und seine Frau sicherlich auch den ganzen Tag nörgelte, wie schön es dagegen doch im Einetal sei, beschloss er, die Erbschaft dem Bistum mit Gewalt abzunehmen. Dies brachte ihm den Namen Graf vom Regenstein, der Raubgraf, ein. Lange lies das Bistum nicht auf sich warten, holte zum Gegenschlag aus und nahm dem Raubgrafen, getreu dem Motto „Drei Burgen sind zu viel.“ den Falkenstein wieder ab. Bevor ihm das Bistum auch noch den Rest der schwer erkämpften Erbschaft abnehmen konnte, verkaufte er die Grafschaft Arnstein 1387 an die Grafen von Mansfeld, die in dem Ruf standen, sich so schnell nichts abnehmen zu lassen. Mit dem Erlös von 7000 Gulden zog er sich wieder auf seinen zugigen Regenstein zurück – die Heizkosten für die nächsten Winter in der Tasche. Die Grafen von Mansfeld – Arnstein nutzten die Burg über 200 Jahre als Wohnsitz bis die Immobilie dermaßen runtergekommen war und nur noch ein Umbau zum Wohnschloss das Ansehen der Familie retten konnte. Die Baufinanzierung stand aber offenbar auf so wackeligen Füßen, dass nach 1570 die Sequestration durch Kursachsen und Magdeburg erfolgte und die Burg schließlich 1678 durch Verpfändung in den Besitz der Freiherren von Knigge ging. Nach dem 30-jährigen Krieg (1618-1648) waren die Immobilienpreise sicherlich auf ihrem Tiefststand. Maximilian Friedrich Casimir Freiherr von Knigge hatte vier Söhne, die nichts im Mansfeldschen hielt. Der älteste wurde fürstlich braunscheig-wolfenbüttler Geheimrat, der zweite britischer und kurbraunschweiger Land- und Schatzrat, der dritte stand als Oberstwachtmeister und der jüngste als Rittmeister in königlich polnischen und kursächsischen Diensten. Sie ahnen es bereits, das Ende des Arnsteins war gekommen. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts war der Arnstein dem Verfall preisgegeben.

Burg Falkenstein-Museum

Eine der besterhaltenen Burgen des Harzes stammt aus dem 12. Jh. Der älteste Raum der Burg ist die Burgkapelle aus dem 13. Jh., geziert mit Deckenmalerei und dem Gestühl aus dem 16 Jh. Unvergesslich der Ausblick vom 36 m hohen Bergfried. Auf Veranlassung des damaligen Burgherren, Graf Hoyer von Falkenstein, übersetzte Eike von Repkow zwischen 1220 und 1230 hier den Sachsenspiegel aus dem Lateinischen ins Niederdeutsche. Die Burg kann ganzjährig besichtigt werden. Das Museum, die Falknerei und die gepflegte Gastronomie machen die Burg Falkenstein zu einem der beliebtesten Ausflugsziele des Harzes. Es empfiehlt sich, die Burg vom Selketal aus zu ersteigen. Vom Gartenhaus aus besteht die Möglichkeit, die Burg bequem per Kutsche oder Bimmelbahn zu erreichen. Von Stangerode aus ist der Falkenstein ein lohnendes (Rad-) Wanderziel.


Schildmauer und Bergfried


Weißkopfseeadler der Burgfalknerei

Museum

Alter Falkenstein - Selketalblick

Unter der Herrschaft des deutschen Kaisers Heinrich IV. wurde die Reichsburg auf einem Felsrücken hoch über dem Selketal errichtet. Architekt war der schwäbische Geistliche und spätere Bischoff Benno II. von Osnabrück. Nach der Schlacht am 11. Februar 1115 bei Welfesholz wurde die Burg von den damals gegen die Truppen des letzten Salierkaisers Heinrich V. siegreichen Sachsen unter der Führung des sächsischen Herzogs Lothar von Supplingenburg geschliffen und danach nicht wieder aufgebaut. Die nach der Schlacht erstarkten lokalen Dynastien errichteten eigene Burgen, wie die Burg Anhalt (Askanier), den Falkenstein und die Burg Arnstein. Neben Resten der Ringmauer und dem noch heute in seinen Ausmaßen beeindruckenden Burggraben bietet sich dem Wanderer ein bezaubernder Blick ins Selketal, der zum Verweilen und Rasten einlädt. Ein Kreuz erinnert an den hier am 11. Juli 2003 tödlich verunglückten Heimatforscher und Bodendenkmalpfleger Hans Reißmann.

Weg:
In der Ortsmitte von Pansfelde westlich in die Waldstraße abbiegen und diese bis zum Ortsausgang fahren (Parkmöglichkeit). Von hier aus dem Weg in nord-westliche Richtung folgen. Der Waldweg führt etwa 3,5 km geradeaus direkt zur Burgruine. Am Ende des langen geraden Waldweges teilt sich der Weg. Hier halb rechts über eine kleine Wiese. Ein kurzes Stück im Wald, dann links den Weg in nord-westlicher Richtung.



Ruine der Burg Alt-Morungen

Um 1200 aufgegebene Reichsburg der salischen Kaiser. Gelegen an der Landstraße (L 231) zwischen Morungen und Großleinungen. Nach Morungen der erste Waldweg in nördliche Richtung der  Beschilderung ca. 1,2 km folgen. Am Fuße des Burgberges, unterhalb des Burgwalls, befindet sich ein kleiner Steinbruch. Neben dem Tiefen Burggraben sind an der Südseite zum Tal noch Mauerreste der auf einem Felssporn errichteten Kernburg erhalten.

Burggraben

Mauerreste der Kernburg aus dem 12. Jh.

Susenburg (Sausenburg)

Über die Susenburg wissen wir eigentlich kaum etwas. Mit ungetrübtem Blick hoch oben (479 m NN) auf einem von der Bode umflossenen Bergsporn lädt die Anlage daher zu eigenen Überlegungen ein. Von wem und zu welchem Zweck wurde die Burg errichtet? Wer waren ihre Besitzer? Bis wann wurde sie genutzt? Wie kam sie zu ihrem Namen? Soviel steht fest: Die wirklich atemberaubende Aussicht von dem Felsen aus graulichem Quarz, in den weiße Quarzkörner eingesprengt sind, wie Goethe am 7. September 1784 auf seiner Harzreise feststellt, war mit Sicherheit ein entscheidender Standortfaktor für ihre Bauherren. Und unterhalb der Burganlage befindet sich die Furt des alten Trogweges durch die Bode (Große Trogfurt). Vielleicht heißt sie Susenburg, weil einst eine schöne Prinzessin „Suse“ dort hauste. Oder sauste der Wind schon damals so scharf um den Bergsporn, wie heute. Die Geschichte der Burg, die mit sieben Gräben ca. 160 m Länge und 60 m Breite vielleicht als Festung geplant war, beginnt vermutlich in der Zeit Heinrich des I. (876–936). Wir wissen auch nicht, ob sie jemals fertig gestellt wurde. 1265 bis 1285 wird sie nur als Holzstätte der Grafen zu Regenstein erwähnt. 1555 heiß es im Inventar der Stolbergschen Hüttenwerke im Amt Wernigerode kurz und prägnant: "sousenburgk, doruff ist ein Bergfried". Ab 1700 war die Immobilie unverkäuflich. Wer heute die Reste des Bergfrieds besichtigen möchte, muss wieder ins Bodetal hinab. Als relativ sicher gilt, dass die Reste des Bergfrieds der Susenburg im 18. Jahrhundert als Baumaterial für die flussaufwärts gelegene Trogfurter Brücke dienten.


Weg:
Station auf dem historischen (Wander-)Weg der deutschen Kaiser und Könige des Mittelalters.
Von Rübeland mit dem Auto bis zum Parkplatz am Ortsausgang von Susenburg. Von dort ca. 15 min zu Fuß oder ca. 3 km auf dem Wanderweg von Elbingerode.

Grillenburg

Güntersburg

Die Ruine der Güntersburg befindet sich etwa zwei Kilometer südwestlich der kleinen Stadt Güntersberge. Sie liegt oberhalb eines Bergsees auf dem 485 Meter hohen Kohlberg. Die Güntersburg wurde vermutlich im 11. Jahrhundert erbaut. Als Baumaterial für die Gebäude diente vorwiegend Holz. Heute ist nur noch sehr wenig über die Geschichte und die einstige Funktion der Burg bekannt. Sie wurde erstmals im Jahre 1281 urkundlich erwähnt und war am Ende des 16. Jahrhunderts bereits wüst. Zuletzt wurde die Burg wohl nur noch von üblen Raubrittern bewohnt. Aus dieser Zeit stammen auch die Sagen vom Raubritter mit dem Handelsmann und der Schlossjungfer, die bis heute auf der Burg ihr Unwesen treibt und ahnungslose Urlauber aufscheucht, die es sich noch zur Geisterstunde wagen, die Reste der Burg zu besichtigen.

Weg:

Güntersberge an der B 242 (Clausstraße). Park und Rastmöglichkeiten am Eiscafé "Am Bergsee". Gestärkt geht es dann unterhalb der Staumauer zum Kohlberg. Dort befindet sich eine Wandertafel.

 

 Burggraben

 Burg Hohnstein

Ebersburg

Um 1182 errichtete Anlage des Pfalzgrafen und späteren Landgrafen Hermann I. Später im Besitz der Wettiner und Lehen der Grafen zu Stolberg. Die Burg ist zusammen mit den Ringwällen Allzunah und der Ruine Friedenwald Bestandteil einer Gruppe. Seit dem 17. Jh. ist die Burg nicht mehr bewohnt. Zu erreichen ist die Anlage über den Ort Herrmannsacker zwischen Rottleberode und Ilfeld. Vom Parkplatz ca. 1 km langer Wanderweg. Die Anlage wird mit der Hilfe des "Verein für lebendiges Mittelalter e.V."umfassend saniert und vor dem völligen Verfall gerettet.

Tor zur Kernburg im Berbst 2007

Heimburg

Bodfeld (Pfalz) Jagdhof der deutschen Kaiser und Könige

Um 935 der erste besiedelte Ort auf dem Harzplateau. Als Gründer der Anlage wird König Heinrich I.,der Vogler, vermutet, der hier zur Jagd weilte. Fast alle Herrscher zwischen 944 und 1068 nutzten Bodfeld zur Jagd. Im Jahre 1056 starb hier Kaiser Heinrich III. - ein Ereignis mit folgen für die deutsche Geschichte. 1194 verletzte sich hier Heinrich der Löwe bei einem Sturz vom Pferd. Später entwickelte sich aus der Anlage ein Dorf, dessen Bewohner aber bald nach Elbingerode siedelten. Die um 1870 hier ausgegrabene Kirche war vermutlich schon um 1206 verfallen. Im 16. Jh. entstand unter der Burg eine Eisenhütte. Aus dieser Zeit stammen die Bezeichnungen Könighof, Könighütte und Rothehütte. 

Weg: An der K 1347 zwischen Heimburg und Elbingerode. Auf Wanderkarten als Ruine gekennzeichnet.

 Grundmauern der Kirche

 Stecklenburg