Stangerode im Harz
Stangerode im Harz

Klage- und Rügegericht zu Volkmannrode

Das Klage- und Rügegericht zu Volkmannrode 
Auf der kleinen Bergkuppe, 2 km von Stangerode entfernt, stand der Ort Volkmannrode. Es war ein fürstlicher Haupthof, zu welchem mehrere Dörfer und Vorwerke gehörten. Erstmals urkundlich erwähnt wird er, indem Kaiser Otto III. Fulkmersroth dem Hochstift Naumburg überwies. 1360 gelangte der Ort in Besitz der Grafen Heinrich und Otto von Anhalt. 
Durch die Wirren des Krieges wurde Volkamannrode von seinen Bewohnern verlassen und wurde wüst. Die Besitzer der Äcker und Wälder waren jedoch weiterhin den anhaltinischen Grafen gegenüber abgabepflichtig. Dazu wurde Walpurgis (1. Mai) und Michaelis (29. September) unter einer gewaltigen Linde nahe der Resten der alten Dorfkirche Gericht gehalten sowie Steuern und Abgaben erhoben. Erstmals urkundlich erwähnt ist dieses Gericht 1489. 
Das Harzer Saalbuch von 1608 beschreibt erstmalig die Durchführung der Gerichtstage und erwähnt den Neubau eines schindelgedeckten „Schoppens“. 
Zu den Gerichtsverhandlungen hatten alle Familien zu erscheinen, welche Besitzungen in der anhaltinischen Flur hatten. Es waren vorwiegend Bauern aus Tilkerode, Stangerode, Abberode aber auch aus weiter gelegenen Orten. 
Der Ablauf der Gerichtverhandlungen erfolgte über Jahrhunderte in gleicher Form. 
Begleitet von 4 (vorher 12) harzgeröder Bürgern der Schützengilde mit ihrem besten Gewehr erschien der Richter, ein Schöffe, ein Gerichtsschreiber und ein Gerichtsdiener des Justizamtes Harzgerode. 
Durch Salutschüsse gegen 10.00 Uhr wurden die Verhandlungen begonnen. Behandelt wurden Grenzstreitigkeiten, Jagd- und Forstfrevel, und es wurden die Steuern und Abgaben erhoben. Schwere Vergehen und Verbrechen wurden an den Grafen überwiesen. 
Zur Versorgung des hohen Gerichtes wurden je 2 Familien aus Stangerode, Tilkerode und Abberode von der Teilnahme befreit, welche im nahe gelegenen Harzflüsschen Forellen zu fangen hatten. 
Die Gesetze, nach welchen verhandelt wurden, entsprachen den jeweiligen Landesgesetzen und änderten sich im Laufe der Zeit. 
Erst am 04. März 1875 wurde nach einem Vergleich der Länder Preußen und Anhalt die Durchführung des Gerichtes aufgegeben. 
Erwähnt sei noch, dass entsprechend dem Harzer Saalbuch am 12.10.1860 eine neue Gerichtslinde gepflanzt wurde, nachdem die vorherige mit einem Umfang von 30 Fuß umgestürzt war.

Klage- und Rügegericht zu Volkmannrode
Volkmannrode am 24. März 2013

Stangerode Erholungsort im Harz

Stangerode Ortsmitte

Stangerode gehört seit 2010 zur Stadt Arnstein. Der Ort hat ca. 350 Einwohner und liegt 203 m über dem Meeresspiegel. Aufgrund seiner Lage und ausgezeichneten Luft ist Stangerode staatlich anerkannter Erholungsort. Stangerode steht aufgrund seiner Ursprünglichkreit und Naturnähe für "Sanften Tourismus". 

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